Archiv: Mannheim Gemeinsam Gestalten

Stimmt JETZT ab für das erste QUEERE ZENTRUM in Mannheim und lasst uns Geschichte(n) schreiben!

2025 im QZM – Das Queere Zentrum Mannheim feiert sein fünfjähriges Bestehen
Caro kommt gerade aus einem der Seitenräume, die direkt an den Café- und Bar-Bereich des Queeren Zentrums in Mannheim anschließen. Heute war sie beim Filmabend, der monatlich stattfindet und außergewöhnliche queere Filme bringt. Sie ist erst vor kurzem nach Mannheim gezogen und freut sich, dass sie als Zugezogene im überregional bekannten QZM direkt eine Anlaufstelle gefunden hat.
Grace von der Transgruppe steht gerade hinter der Bar. Sie ist eine von vielen, die ehrenamtlich den Café-Bar Betrieb organisieren. Sie hat während ihrer Angleichung viel Unterstützung und Zuspruch im Zentrum erfahren und fühlt sich hier als Teil einer großen Familie. Ihre Mutter kommt ebenso regelmäßig vorbei und hat auch schon das halbe Team der Bar adoptiert.
An der Bar treffen sich gerade Enis und Erich. Enis ist 2015 als Geflüchteter nach Mannheim gekommen und lebt nun seit 8 Jahren hier, genießt es offen schwul leben zu können, liebt Cocktails und bietet im QZM jeden letzten Freitag im Monat eine Cocktail Lounge an. Erich ist Rentner und wohnt in der direkten Nachbarschaft des QZM und freut sich, dass seit der Eröffnung vor 5 Jahren mit vielen jungen Menschen hier Kontakt zu haben. Sehr gerne bringt er auch seine „Hetero-Freunde“ mit, wie er sie liebevoll nennt. Sie gehören am Spieleabend inzwischen fest zur Doppelkopfrunde und genießen die lockere Stimmung im ZKM.
Laura und Angela bringen gerade ihre Kinder in die Spielegruppe und treffen sich nun im Gruppenraum mit anderen Regenbogeneltern zum Erfahrungsaustausch.
Kim und Frederik von der Queeren Jugendgruppe schleppen gerade Instrumente und Boxen in einen der hinteren Räume, da sie am Abend zur Jubiläumsfeier ihren ersten offiziellen Gig haben – sie sind schon ganz schön aufgeregt, denn seit der Gründung haben sie zwar schon öfter gespielt, aber noch nie vor so einem großen Publikum.
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So oder so ähnlich könnten sie lauten, die Geschichten der Menschen, die sich im Queeren Zentrum Mannheims engagieren und sich dort treffen. Das Queere Zentrum könnte ein Ort des Austausches, der Vielfalt, der Beratung, der Ansprache und des Verständnisses werden – ein Ort für Gemeinschaft und Vernetzung, Beratung und Bildung, politische Aktivitäten und Kultur.

Stimmt JETZT ab für das erste QUEERE ZENTRUM in Mannheim und lasst uns Geschichte(n) schreiben!

Stellungnahme der Verwaltung: 

Geplante Kosten: 294.000 €

Zuständigkeit und Rechtsgrundlage

Eine Zuständigkeit der Stadt Mannheim für ein Queeres Zentrum Mannheim (QZM) ist gegeben. Es gibt keine rechtlichen Gründe, die gegen die Umsetzung dieser Idee sprechen.
Vergleichbar der Situation in Mannheim konnte in Wuppertal 2019 durch einen Zuschuss aus dem Bürgerbudget (vergleichbar mit einem Beteiligungshaushalt) ein erstes queeres Zentrum in die Realisierung gehen.


Bedarf

Es fällt auf, dass Mannheim neben Wiesbaden und Augsburg die einzige Stadt unter den 30 größten Städten Deutschlands ist, die bisher weder ein queeres Zentrum noch ein queeres Jugendzentrum/Jugendtreff vorweisen kann. Mannheim ist darüber hinaus die einzige deutsche Rainbow City, die kein queeres Zentrum beherbergt.
Ein Bedarf ist darüber hinaus auch aus fachlicher Sicht gegeben:

  • - Im Rahmen des Runden Tisches LSBTTIQ, der als Schnittstelle zwischen der queeren Community, den Fachpolitiker*innen aus dem Gemeinderat und der Mannheimer Stadtverwaltung fungiert, wurde bereits mehrfach in der Vergangenheit die Dringlichkeit hinsichtlich der Schaffung von Räumlichkeiten im Allgemeinen und eines Queeren Zentrums im Speziellen angemahnt.
  • - Auch im Rahmen des 1. Beteiligungsprozesses für queere Jugendliche in Mannheim, der gemeinschaftlich von Jugendförderung, der Kinderbeauftragten und der LSBTI-Beauftragung getragen wird, steht ein Queeres Jugendzentrum mit sicheren und selbstgestalteten Räumen für queere Jugendliche ganz oben auf der Liste der Forderungen an die Stadt Mannheim.
  • - Fast alle queeren Vereine und Initiativen aus Mannheim beklagen seit Jahren eine unzumutbare Raumsituation, die sie zwinge in oft unpassenden und potentiell diskriminierungsbegünstigenden Kontexten zu arbeiten.


Fachliche Bewertung des Konzepts

In einer persönlichen Vorstellung des QZM-Konzepts durch die Projektgruppe im FB15 wurde deutlich, dass hinter der im Beteiligungshaushalt vorgestellten Projektbeschreibung bereits ein detailliert ausgearbeitetes Konzept steht. Dieses zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es die üblichen Strukturen eines Queeren Zentrums (intersektionaler Ansatz, Räume für Gruppen, Cafébetrieb, Büros etc.) innovativ mit der Arbeitswelt verbindet. So sollen u.a. Co-Working-Spaces und Gründer*innenflächen Teil des QZM sein und die Arbeitsfelder Chancengleichheit und Akzeptanz von LSBTI, Weiterentwicklung von Standortfaktoren und die Umsetzung der SDGs auf lokaler Ebene zusammengedacht und verknüpft werden. Dieses anscheinend europaweit bisher einmalige Konzept weckt großes Interesse bei einer Vielzahl an Unternehmen, die bereits eine Absicht zur fachlichen Begleitung der Realisierung des QZM formuliert und teilweise auch konkrete Pro Bono-Zusagen gegeben haben. Diese Unternehmen sind mit dem Stand vom 11.11.2019: SAP, Boston Consulting Group, McKinsey, Accenture, A.T. Kearney, Yalla Yalla, Simmons & Simmons, Plan W. Auch die auf UN-Ebene in diesem Themenfeld arbeitende Organisation „Open for Business“ ist an einer Kooperation in 2020 interessiert, aus der das QZM als internationales Best Practice hervorgehen könnte. Eine inhaltliche Verbindung mit dem Leitbild Mannheim 2030 und eine Unterstützung der darauf beruhenden Strategischen Ziele 1, 2, 3 und 5 der Stadt Mannheim ist leicht möglich.
Die Projektgruppe steht darüber hinaus auch bereits im Gespräch mit potentiellen Immobilieneigentümern. Es gibt u. a. das konkrete Angebot ein ganzes Haus (350 Quadratmeter, Innenhof, Neckarstadt) zu mieten, das aktuell leer steht. Weitere Leerstände in der Innenstadt wurden durch FB80 ins Gespräch gebracht.

Die Ergebnisse des 1. Beteiligungsprozesses für queere Jugendliche (insbesondere die geforderten Räume und deren formulierte Mindeststandards) sollten bei der Konzeption eines QZM berücksichtigt werden. Eine zumindest vorübergehende Integration dieser Räume für Jugendliche in das QZM erscheint sinnvoll, bis eigene Planungen der Jugendförderung zu dieser Zielgruppe realisiert werden.


Vorgeschlagener Zeitplan

Ab Januar 2020: Vorgeschalteter Planungsprozess mit Konzeptionserarbeitung. Eingebunden werden dabei die Stakeholder der queeren Community. Die Prozessverantwortlichen, die eine Trägerstruktur gründen und das Zentrum später finanziell tragen sollen (Verein o. ä.) sind dabei im Lead.

  • - Inhaltliche Konzeption: u. a. Zeitplan der Umsetzung, zu integrierende Zielgruppenbedarfe, Anforderungen an die Immobilie (durch die queere Community formulierte Raum- und Standortbedarfe (u. a. Sicherheitsaspekte, Erreichbarkeit), gesetzlich geforderte Standards wo nötig), Klärung der Trägerstruktur (u. a. wer mietet die Immobilie an)
    - Finanzplanerstellung
    - Nach erfolgreicher Suche einer Immobilie: Klärung des Sanierungsbedarf, Bau-/Renovierungsplanung
    - Der Abschluss des Planungsprozesses erfolgt spätestens zum Jahresende 2020, geschieht dies früher (bspw. Sommer 2020) werden entstehende Betriebskosten entsprechend früher gedeckt.

  • Ausblick: Inbetriebnahme des QZM ab 2021

     

Die interfraktionelle Arbeitsgruppe LSBTI des Gemeinderats spricht sich dafür aus, dass nach einer effizient durchzuführenden Konzeptionsphase, in die die relevanten Akteur*innen der queeren Community eingebunden sein sollen, eine Inbetriebnahme des QZM spätestens zum 01.01.2021 stattfinden soll.


Finanzierung

Es wird mit Gesamtkosten in Höhe von 294.000 EUR gerechnet.

Diese setzen sich zusammen aus:

  • - 84.000 EUR/Jahr Miete inkl. Nebenkosten (20 EUR pro Quadratmeter x 350 Quadratmeter Fläche x 12 Monate)
  • - 100.000 EUR/Jahr für die personelle Ausstattung der QZM
  • - 30.000 EUR/Jahr Projektmittel für Veranstaltungen, Fortbildungen etc.
  • - 50.000 EUR einmalige Renovierungskosten
  • - 30.000 EUR für den Planungsprozess

 

Bei der obigen Finanzplanung handelt es sich um eine Anschubfinanzierung des QZM, mit der eine erste Inbetriebnahme innerhalb von zwei Jahren sichergestellt werden könnte und durch die auch für die langfristige Planung wichtige Erfahrungen gesammelt werden können hinsichtlich der Frage, welche Angebote angenommen werden.
Ein langfristiges Finanzierungskonzept, das auch Public Private Partnerships oder auch gewinnorientierte Module wie bspw. Co-Working-Spaces oder Flächen für Gründer*innen sowie Einnahmen aus Vermietung für Partys, Seminare etc. beinhalten könnte, ist notwendig und gemeinsam mit der Community bzw. einer entsprechenden Trägerstruktur für das QZM und mit Hilfe der interessierten Beratungsgesellschaften zu erstellen.

Kommentare

Ich grüße euch aus Köln, Queerfinanz

Sehr wichtig

Ein Queeres Zentrum finde ich unterstützenswert, insbesondere für junge Menschen. Wieso damit gleichzeitig Co-Working spaces quersubventioniert werden und Unternehmensberatungen miteinbezogen werden sollen erschliesst sich nicht.

Das Zentrum hat einen CoWorking Space und Gründer*innenflächen im Konzept, um sich unter anderem damit zu finanzieren. Außerdem stärkt es die Sichtbarkeit von LSBTTIQ Menschen im wirtschaftlichen Kontext. Wäre das so schlecht? Wir sehen darin eine Chance... mehr dazu gibt es dann sicherlich bei den nächsten Treffen und dem Workshop.

Es ist so, dass wir dieses Zentrum auf eigene Füße stellen wollen. Daher bezahlen wir aus den Einnahmen mit unseren CoWorking Plätzen einen Teil der Miete. Außerdem stärken wir auch LSBTI* Themen in Bezug auf Arbeit. Die Unternehmensberatung wird uns umsonst helfen, ein Langzeitkonzept für die Finanzen zu erstellen. Das ist unserer Meinung sehr hilfreich. Es ist ja kein kleines Projekt. Ich hoffe, ich konnte die Bedenken zerstreuen. Herzliche Grüße

In der Metropolregion ist ein queeres Zentrum besonders für Jugendliche und Bürger mit Migrationshintergrund eine absolute Notwendigkeit als Schnittstelle zu allen sozialen Einrichtungen

Danke! Ihr habt das QUEERE ZENTRUM in Mannheim in Phase 1 auf den ersten Platz gehoben! Frieda Jetzt sind wir in Runde zwei und warten darauf zur Prasentation eingeladen zu werden. Die zweite Runde endet im November.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass die immer weitere Separierung unserer Gesellschaft keine gute Entwicklung ist. Es braucht mehr Orte der Begegnung , damit Toleranz wachsen kann, als Orte für spezielle Gruppierungen.
Ein queres Jugendzentrum ist erheblich wichtiger, dafür sollte das Geld ausgegeben werden.
Ich bezweifle, dass das Zentrum sich selbst trägt nach einer Anfangsfinanzierung.

Das soll dieses Zentrum werden. Damit dieses Zentrum auch ein Ort für Jugendliche sein kann, werden im Workshop und weiteren Treffen genau erörtert bzw, was in den Beteiligungsworkshops für queere Jugendliche erarbeitet wurde, einbezogen. Aber auch die Bedarfe älterer LSBTI* Menschen werden nicht vergessen. Auch Du bist dazu eingeladen

Mannheim hat eine Verantwortung allen Bürgern gegenüber und deshalb muss ein solches Zentrum entstehen.

Als Schwuler aus dem Landkreis Heilbronn hat mir damals der Verein PLUS in Mannheim geholfen, mein nicht ganz einfaches Coming-out zu bewältigen und mich selbst zu akzeptieren. Aber ein nicht-kommerzielles Zentrum, um "Gleichgesinnte" treffen und sich in einem geschützten Rahmen austauschen zu können, das fehlt in Mannheim und umso mehr in den kleineren Städten und Gemeinden zwischen Mannheim und Stuttgart, da gibt es nämlich gar keine Angebote. Daher unterstütze ich das Anliegen und hoffe, es wird umgesetzt.

Erschreckend, dass zwei so große Städte wie Ludwigshafen und Mannheim so etwas im Jahr 2019 noch nicht haben!

HER DAMIT !!!

Ich bin für dieses Projekt, weil es für alle Menschen in Mannheim eine Bereicherung ist!

Sehr wichtig für die Region!

ich stimme für das Projekt....gerade in der heutigen Zeit ist es sehr wichtig einen Ort für alle Menschen innerhalb der Community zu etablieren. Ich drücke euch fest die Daumen für das Projekt und die Finanzierung, würde das Angebot dann auch nutzen wenn ich mal wieder in Mannheim verweile.

Viel Erfolg und Liebe Grüße aus Wuppertal

toleranz - üben - toleranz - geben - toleranz - nehmen -
das sollte die zukunft sein.

Prima

Aber absolut!

Eine Großstadt wie Mannheim mit einer äußerst aktiven queeren Community braucht einen Ort, an dem sich queere Menschen treffen können.

Ich unterstütze diesen Vorschlag, weil ich es wichtig finde, einen Ort für gemeinsamen Austausch und Begegnung jenseits der kommerziellen Szene zu schaffen. Ich habe längere Zeit das Kuss41 in Frankfurt besucht und erinnere mich gern an die gute Beratung durch die dortigen Pädagogen. Für mich war dieses Jugendzentrum eine erste Anlaufstelle, um die Hilfe zu bekommen, die ich damals gebraucht habe, mich zu vernetzen und Leute kennen zu lernen. Auch an die gemeinsamen Kreativworkshops erinnere ich mich gern! Sehr gut, weil meist gratis oder sehr günstig.
Ich freue mich über diese gute Idee und hoffe, dass dieses Zentrum ein Ort sein kann, an dem viele verschiedene Menschen miteinander in Kontakt treten können.

bin sprachlos,aber denoch erleichtert. Als Hörgeschädigte findet man dort bestimmt Chance. Wie sind die Öffnungszeiten und auch am Wochenende möglich? Alles weitere sieht man ja vor Ort. Ah wo ist das? Danke vorab mal.

Das ist eine hervorragende Idee, für die es in einer weltoffenen und für Toleranz stehenden Stadt wie Mannheim höchste Zeit ist.

... das wäre progressiv und ein Zeichen in die ganze Republik. Möge es klappen!

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